Meine erste Fashion Show

In der letzten Februarwoche starteten die finalen Proben für die internationale Tanzshow Rangeela (= farbig; bunt). Die Auswahl der Länder für die diesjährige Aufführung und die wöchentlichen Proben starteten bereits im Oktober. Insgesamt gab es 8 Länder, die dieses Mal mit verschiedenen Tänzen ihre Geschichte und Kultur vorgestellt haben. Viele meiner Freunden waren Teil von diesem großen Projekt. Als daher im Januar Studierende gesucht wurden, die ihr Heimatland in einer Fashion Show repräsentieren wollen, habe ich mich sofort gemeldet. 

Am Montagabend trafen wir uns daher im Theater der Uni, um die Abfolge der Teilnehmenden zum ersten Mal zu Proben. Zudem gab es am Mittwoch und Donnerstag zwei Generalproben, bei denen die gesamte Show geprobt wurde. Auch die Photographen kamen an diesen Tagen, um viele Fotos und Videos zu machen. 

Am Freitag und Samstag gab es dann die Aufführungen, beide waren ausverkauft. Hier einige Bilder:






Nach jeder großen Aufführung muss es natürlich auch eine After Show Party geben. Da bei weitem nicht alle Studierende 21 Jahre alt waren und wir somit nicht in eine Bar gehen konnten, gingen wir zu Taco Bell. Das ist eine amerikanische Fast Food Kette, die mexikanisches Essen verkauft. Es war ein schöner und lustiger Abend und mein erstes Mal bei Taco Bell


Am Samstag machte ich schon vormittags einen Ausflug und zwar das erste Mal mit dem Bus in Grand Rapids. Die Busfahrkarte, mit der ich als Studentin nur 50 Cent pro Fahrt zahle, hatte ich schon zu Beginn des Semesters bekommen aber noch gar nicht gebraucht. 

Das Busfahren ist hier auf jeden Fall etwas anders als in Deutschland. Zunächst gibt es an den Haltestellen keinen konkreten Abfahrtsplan und es werden auch nicht alle Zwischenstopps genannt, sondern nur die größeren. Aber jede Haltestelle hat eine eigene Nummer, diese kann man per SMS senden und bekommt dann die nächste Abfahrtszeit und eventuelle Verspätung des Busses mitgeteilt. 


Mein Bus kam pünktlich und beim Einsteigen musste ich nur die Karte von meiner Uni scannen und die 50 Cent wurden automatisch abgebucht, ganz ohne Bargeld. 

Ein weiterer Unterschied ist dann das Signal zum Halt. Zunächst gibt es wirklich alle paar Hundert Meter einen Stopp und man kann somit fast überall aussteigen. Außerdem gibt es keine Knöpfe, die man drücken kann, um einen Haltewunsch zu signalisieren, sondern man muss an der langen Kordel ziehen. Das war zunächst ziemlich ungewohnt aber es hat alles gut geklappt. 


Der letzte große Unterschied sind die Türen. Die vordere Tür ist barrierearm und kann zum Ein- und Aussteigen genutzt werden. Die hintere Tür öffnet nicht automatisch, sondern man muss diese selber aufdrücken. Das ist gar nicht so einfach und daher stieg ich auch lieber vorne wieder aus. 

In der Stadt angekommen bin ich zum Nudel-Fest gegangen. Es ist das Finale des Grand Rapid Winterfestivals, bei dem verschiedene Events über den ganzen Winter angeboten wurden. Das Nudel-Fest ist ein spannender Wettbewerb zwischen südostasiatischen Nudelgerichten. Dabei können alle Gäste jedes Gericht für $6 erwerben und bekommen einen Chip mit dem sie anschließend für das beste Tagesgericht abstimmen können. Da Hannah fast fünf Jahre in Thailand gelebt hat, hat sie bei diesem Event als Freiwillige geholfen und mir davon erzählt. Die Nudeln, die ich probiert habe waren auch wirklich sehr lecker.


Am Montag war ich dann wieder mit Hannah beim Swing Tanzkurs. Sie war vorletztes Wochenende mit einer kleinen Gruppe in Toronto, um bei einem Wettbewerb für Lindy Hop teilzunehmen. Daher führten sie diese Wochen ihre Choreographie vor. 


Am Dienstag habe ich Hannah meine Unterstützung für eine Veranstaltung am Aquinas College (eine andere Uni in Grand Rapids) angeboten. Dafür fuhren wir am frühen Abend zu einem orientalischen Restaurant und holten ganz viel Essen ab. Bei der Uni haben wir dann mit einigen muslimischen Studierenden ihr Fasten für den Ramadan gebrochen. 


Zwei Tage später habe ich dann eine weitere Veranstaltung meiner eigenen Uni besucht. Niki leitet den Club für Psychologie und hat einen kreativen Abend organisiert. Obwohl ich nicht Psychologie studiere, hat sie mich eingeladen. Alle angemeldeten Studierenden bekamen eine kleine Leinwand zum Malen. Im Hintergrund lief ruhige Musik und es gab leckere Snack und Getränke. 


Was für ein entspannender Abschluss von der ersten Hälfte des zweiten Semesters hier in Amerika. Meine kleine Zeichnung hat auch schon einen schönen Platz in meinem Zimmer gefunden und ich nehme sie gerne als Erinnerung mit nach Hause.


Und das war auch schon die letzte Woche vor der Spring Break (= Frühlingsferien). Viele Studierende nutzen die Ferien, um in die warmen Bundesstaaten der USA zu fliegen (z.B. Florida & Arizona) und einige fliegen sogar nach Mexiko. Ich bleibe in Michigan aber freue mich schon sehr auf den Besuch von Petra und Olaf und unsere gemeinsame Reise um den Lake Michigan




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